Thomas Baumann

Ehrenbürgermeister der Gemeinde Ludwigsau

Geburtsjahr 1956

Beruf: Bürgermeister a.D; Diplom- Finanzwirt

 

„Ich bin Thomas Baumann, den Ludwigsauern als ehemaliger Bürgermeister bekannt. Dieses Amt hatte ich als erstmals direkt von der Bürgerschaft gewählter Bürgermeister von 1994 bis 2018 für 4 Wahlperioden  ausgeführt.

Ich bin gelernter Diplom Finanzwirt und war von 1975 bis 1994 bei der Hessischen Finanzverwaltung an vielen unterschiedlichen Einsatzstellen insbesondere in den Bereichen der Steuererhebung und Allgemeines Verfahrensrecht eingesetzt, in den letzten  Jahren als Dozent an der

Landesfinanzschule Hessen mit der Ausbildung von Steuerbeamten betraut. Geboren wurde ich 1956 in Celle in Niedersachsen, aufgrund der  Berufstätigkeit meines Vaters in der Kaliindustrie kam ich schon während meiner Schulzeit für die letzten 3 Schuljahre nach Hessen, wo ich als erster Jahrgang noch ein klassisches Abitur ohne Kurssystem an der Modellschule Obersberg in Bad Hersfeld absolvierte.

Nach einer Beschäftigung an vielen Einsatzstätten in Südhessen verschlug es uns dann wieder zurück in den Landkreis Hersfeld Rotenburg.

 

Schon in der Jugend war ich politisch sehr interessiert und artikulierte ein sozial ausgerichtetes Weltbild, welches ich auch durch Ämter in Personalvertretungen vollzog. Erst nach meiner aktiven Dienstzeit bin ich Mitglied der SPD Ludwigsau geworden, wobei eigentlich ein jeder schon vorher wusste, wo ich politisch stehe.

 

Seit der Kommunalwahl 2021 bin ich als direkt Gewählter in den Kreistag im Landkreis Hersfeld – Rotenburg direkt gewählt, ich bin jedoch als Mitglied des Kreisausschusses nach außen unsichtbar.

 

Der Kreisausschuss ist die Verwaltungsbehörde des Landkreises und zusammen mit dem Landrat und der ebenfalls hauptamtlichen Ersten Kreisbeigeordneten als Ehrenbeamter für die laufende Verwaltungstätigkeit und Überwachung und Ausführung der Angelegenheiten des Landkreises zuständig. Ich gehe davon aus, hier Erfahrungen aus mehr als 2 Jahrzehnten kommunalpolitischer Tätigkeit einbringen zu können. Wichtig ist es mir gerade auch die kommunalen Belange in die Arbeit einfließen zu lassen.

 

Ich aktiviere mich als Senior um zu dokumentieren, auch hier können wir eine Beitrag leisten und gehe im wahrsten Sinne des Wortes keiner Diskussion aus dem Weg. Nur durch aktive Kommunikation kommen wir weiter.

 

Es ist wichtig, das der ländliche Raum politisch erkannt wird. Wir sind nicht nur der Raum für die Ablastung von Problemen der Ballungsräume und Städte, so z.b. zur Aufnahme von Infrastruktureinrichtungen mit Emissionen und Raum für Energieanlagen und Verteilereinrichtungen, wir haben eine eigene Identität und erwarten als ländlicher Raum Beachtung und Wertschätzung. Wir erwarten auch eine Entwicklung und keine Bevormundung und Abkopplung von einer allgemeinen Entwicklung. Bei uns gibt es einen Öffentlichen Personennahverkehr maximal in Form einer Schülerbeförderung – morgens, mittags und abends. Wir brauchen andere Mobilitätsstrukturen, dazu gehört auch der private PKW. Wir fahren auch mit dem Rad, wenn es die Infrastruktur ermöglicht. Wir können nicht mit dem Bus oder Rad zur Arbeit fahren, wir brauchen andere Strukturen und keine wohlfeilen und nicht umsetzbaren Ratschläge. Bei uns ist der nächste Lebensmittelmarkt nicht um die Ecke, wir müssen 20 km fahren. Bei uns ist Einkaufen kein Freizeiterlebnis.

Bei uns müssen wir 25 km zum nächsten Hausarzt zurücklegen, sofern es ihn noch gibt. Zur Apotheke ist es genauso weit und Bargeld gibt es auch nicht an jeder Ecke. Wir sind nicht nur schön restaurierte Fachwerkhäuser und besitzen nicht nur ehemalige Mistmauern mit Blumenkästen, bei uns ist Landwirtschaft noch Lebenserwerb und Nahrungsmittelerzeugung.

Mir geht es bei meiner politischen Tätigkeit besonders darum, auch auf unsere Lebensraumentwicklung Wert zu legen und stetig die Entscheider daran zu erinnern. Wir brauchen ein schnelles Internet nicht zum Fernsehen, sondern zum Arbeiten! Wir brauchen diese Infrastruktur als Daseinsvorsorge und nicht zum Happening! Hier muss endlich flächendeckend gehandelt werden, bislang waren alle Programme und Bemühungen nur Flickwerk. Die weißen Flecken sind immer noch stark verbreitet.

 

Sehr engagiere ich mich neben der Arbeit in etlichen Vereinen für Lebensqualität im Ländlichen Raum und Schallschutz an Straßen und Bahnlinien. Auch hier wohnen Menschen; Dauerlärm macht krank und ist am Ende tödlich. Ich engagiere mich während der Corona Pandemie als Impflotse über den Verein BUS Ludwigsau – Bürger unterstützen sich – e.V. .

Wo es möglich ist versuche ich mich für Gerechtigkeit und Gleichbehandlung einzusetzen. Manchmal gelte ich dabei als nervend, aber manchmal muss man so sein, um ein Ziel erreichen zu können.

 

Als Bürgermeister war mir bewusst, die Kredite und Schulden von heute müssen durch nachfolgende Generationen getilgt werden. Von daher habe ich darauf geachtet, das wir in Ludwigsau immer im Rahmen des Budgets gewirtschaftet haben, nachdem wir bis zur Jahrtausendwende alle Altschulden beglichen hatten. Auch das war nicht ohne, aber wir hatten ein Ziel und haben dieses Ziel klar verfolgt. So manche Annehmlichkeit haben wir dafür geopfert, aber das war es uns wert! Dieses versuche ich bei meiner aktuellen politischen Tätigkeit gleichfalls zu beachten und umzusetzen. Jede Generation sollte ausgeglichen wirtschaften und nicht die Schulden, Hypotheken und Belastungen der nachfolgenden Generation zurücklassen. Das ist gelebte Nachhaltigkeit! Manchmal gelingt es, manchmal auch nicht so ganz, aber die Richtung ist klar.“